„Die Gewährleistung für Sachmängel ist gegenüber gewerblichen Kunden ausgeschlossen.“
Außerdem ist der Geschäftsführer der H-GmbH der Auffassung, dass die „V-GmbH“ zu spät dran sein.
Aufgabe 3: Hat die „V-GmbH“ gegen die H-GmbH einen Anspruch auf Lieferung eines fehlerfreien Geräts?
Unverbindliche Lösungsskizze
Frage 1: Begründetheit der Klage des K gegen B auf Rückzahlung des Kaufpreises
A. § 346 I BGB; §§ 376, 128 HGB
I. Gesellschaftsverbindlichkeit
1. Gesellschaft (OHG)
Hier: gemeinsamer kaufmännischer Zweck unter gemeinsamer Firma, § 105 HGB
Nicht: GmbH; Arg: keine (konstitutive) Eintragung
2. Verbindlichkeit
-> Rückgewähr des Kaufpreises aufgrund eines Rücktritts, § 346 I BGB
a) Rücktrittsgrund
aa) Fixhandelskauf, § 376 HGB
(-); Arg.: kein bestimmter Liefertermin bei Vertragsschluss vereinbart
bb) § 323 I BGB
(-); Arg.: keine Fristsetzung bzw. Lieferung innerhalb kürzester Frist nach Fristsetzung
b) Ergebnis: (-)
II. Ergebnis: (-)
B. §§ 355 I 1, 312, 312c, 312g BGB; § 128 HGB
I. Gesellschaftsverbindlichkeit
1. Gesellschaft (OHG) (+), s.o.
2. Gesellschaftsverbindlichkeit
-> Widerruf, §§ 355 ff. BGB
a) Widerrufsrecht
aa) Unternehmer, § 14 BGB
Hier: OHG (+)
bb) Verbraucher, § 13 BGB
(+); Arg.: Vermutung gem. § 13 BGB; (andere Ansicht vertretbar mit Hinweis auf § 344 HGB)
b) Widerrufserklärung
Hier: Telefonisch (und am 16.02.2017)
c) Frist
(+); Arg.: Widerruf noch vor Zusendung erklärt.
d) Ergebnis: (+)
II. Gesellschafterstatus des B
– Ursprünglich: (+)
– Später: ausgeschieden; Arg: Eintragung deklaratorisch
– Nachhaftung, §§ 159, 160 HGB (-); Arg.: Kaufvertrag nach Ausscheiden begründet
– Aber: negative Publizität des Handelsregisters, § 15 I HGB
1. Einzutragende Tatsache
Hier: Ausscheiden des B, § 143 II HGB
2. Keine Eintragung (+)
3. Keine Kenntnis des Gegners
Hier: Noch nicht einmal die OHG eingetragen
4. Vorgang im Geschäftsverkehr (+)
III. Ergebnis: (+)
Frage 2: B gegen die „V-GmbH“ und/oder A auf Lieferung eines fehlerfreien Ersatzgeräts
A. B gegen die „V-GmbH“
-> Nachlieferung, § 437 Nr. 1, 439 I 2. Fall BGB
I. Wirksamer Kaufvertrag
(+); Arg.: konkludente Aufrechnung mit Ausschüttungsanspruch
– Abgr.: Entnahme, § 122 HGB; Annahme an Erfüllung statt, §§ 364, 365 BGB
II. Mangel
Hier: § 434 I 2 Nr. 2 BGB
III. Maßgeblicher Zeitpunkt
-> Bei Übergabe (+)
IV. Nacherfüllungsverlangen (+)
V. Kein Ausschluss
-> Verletzung der Rügeobliegenheit, § 377 HGB (-); Arg.: für private Zwecke gekauft; Widerlegung der Vermutung gem. § 344 HGB
VI. Ergebnis: (+)
B. B gegen A
-> §§ 437 Nr. 1, 439 I 2. Fall BGB; § 128 HGB
I. Gesellschaftsverbindlichkeit (+), s.o.
II. Gesellschafterstatus
(+), aber: Subsidiarität der Gesellschafterhaftung gegenüber Gesellschaftshaftung
3. Frage: „V-GmbH“ gegen die H-GmbH auf Lieferung eines fehlerfreien Ersatzgeräts
-> Nachlieferung, § 437 Nr. 1, 439 I 2. Fall BGB
I. Wirksamer Kaufvertrag (+)
II. Mangel
Hier: § 434 I 2 Nr. 2 BGB
III. Maßgeblicher Zeitpunkt
-> Gefahrübergang (+)
IV. Nacherfüllungsverlangen (+)
V. Kein Ausschluss
1. Vertraglich
a) Auslegung (+)
b) Wirksamkeit
(-); Arg.: § 478 IV BGB a.F. (= § 478 II BGB n.F.); § 307 BGB
2. Gesetzlich
-> § 377 HGB
a) Beiderseitiger Handelskauf (+)
b) Ablieferung der Ware
Hier: Direktlieferung
c) Mangel (+)
d) Kein unverzügliche Rüge
– Problem: Zurechnung der bei K verstrichenen Zeit
– Aber: Auch nach Rückerhalt keine Prüfung durch „V-GmbH“
e) Kein Ausschluss
VI. Ergebnis: (-)